Ein Tröpfchen in Ehren – Basiswissen Nr. 3

Die Dosierungsfrage ist die Gretchenfrage der Aromatherapie!
„Sag, wie hältst dus mit dem Dosieren?“
Ganzganz dünnes Eis: Ein Tropfen zu viel und alles kann im Eimer sein, Wirkungen können sich in ihr Gegenteil verkehren und Fachleute können einen hohnlachend als totalen Aromatrampel entlarven (ein beliebter Sport in der Szene übrigens, aber das nur am Rande). Entsprechend winde ich mich bei dieser oftmals in gretchenmäßiger Unschuld von Aromaneulingen gestellten Frage wie ein Wurm. Das können Anfänger dann oft gar nicht gut leiden, sie wollen gerne Faustregeln, die in allen Lebenslagen gelten sollen. Und dann komme ich mit meinem genörgelten:“Njämpfnjöö, kommt drauf an welches ätherische Öl, welcher Zweck…“
Seit Tagen brüte ich nun über der Formulierung einer einigermaßen seriösen Zusmmenfassung aller Dosierungsregeln: Habe nun ach Biochemie und Osmologie durchaus studiert mit heißem Bemühn…und bin so klug als wie zuvor. Genug Faust! Jetzt zur Faustregel: Dazu eine schlechte Nachricht – mit Goethe sehr wohl aber mit Fäusten kommen wir in der Aromatherapie überhaupt nicht voran, es ist immer Fingerspitzengefühl gefragt! Und das hängt von folgenden Faktoren ab:
1. Anwendungsart (Raumbeduftung, Kosmetik, Küche)
2. Konstitution (alt, jung, schwanger, allergisch, dick, dünn…)
3. Rahmenbedingungen (hohes Zimmer, viele Fenster, wenig Stoff oder plüschig, niedrig, muffig)
4. Qualität der ätherischen Öle – altes oxidiertes Teebaumöl kann man beispielsweise super pur verwenden, ja, als Toilettendesinfektion oder Ameisenvertreibung, am besten noch das noch ältere und noch oxidiertere Orangenöl mit dazu, aber bitte Handschuhe tragen!

  • Raumbeduftung: Dosierung richtet sich nach Raumgröße, Ausstattung, Tageszeit, Menschenanzahl. Weniger ist mehr, Beduftung sollte an der Wahrnehmungsgrenze stattfinden und setzt die Duftakzeptanz bei allen Anwesenden voraus! Lieber mit einem Tröpfchen in Ehren anfangen und bei Wohlgefallen noch eins nachlegen…
  • Massageöl zum Wohlfühlen: auf einen Esslöffel fettes Öl (siehe Basiswissen 2) kommen maximal 3 Tropfen ätherisches Öl, bei scharfen, hautreizenden oder stark duftenden ätherischen Ölen genügt oft schon ein Tropfen.
  • in der Badewanne: ätherische Öle müssen immer emulgiert werden, da sie sonst auf dem Wasser schwimmen und komplett unverdünnt an die Haut gelangen können! Als Emulgator empfiehlt sich Sahne, Honig, oder ein neutrales Badeöl mit pflanzlichem Emulgator (Firma WADI) , neutrales Schaumbad (Firma Farfalla). Auf ein Vollbad kommen in der Regel maximal zehn Tropfen ätherische Öle insgesamt. Den Anteil an Zitrusölen bei einer Bademischung sollte man je nach Empfindlichkeit der eigenen Haut recht niedrig halten.
  • pur sollten Laien eigentlich nur Lavendelöl verwenden, es gibt andere Anwenundgen in akuten Situationen mit puren ätherischen Ölen, die etwas mehr Selbstinformationsbereitschaft voraussetzen…

Zu therapeutischen Zwecken können Dosierungen wesentlich kühner aussehen. Selbsttherapie ist (noch?) nicht verboten, die dazu nötige Selbstverantwortung kommt aber immer mehr aus der Mode und daher hülle ich mich über therapeutische Anwendungen hier in Schweigen, lade aber für eine individuelle Beratung diesbezüglich zum Gespräch in meine Praxis! Sprechstunde: Jeden Mittwoch und Freitag ab 16.00Uhr, bitte um telefonische Anmeldung! Und welches Basiswissenkapitel soll der nächste Post behandeln? Sonst gehe ich endlich zu Mirjams lang ersehnter Iris über!

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